Solarstromanlagen

Grundlegendes zu Photovoltaik-Anlagen

Immer mehr Hausbesitzer entscheiden sich dazu eine Photovoltaik-Anlage installieren zu lassen. Durch die staatlich garantierten Einspeisevergütungssätze aus dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), sowie die seit 1. Januar 2009 bestehende Option, den erzeugten Strom selbst zu verbrauchen, verstärkt sich der Trend zur Solarstromanlage bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden.

Die Höhe der erwirtschafteten Beträge hängt in erster Linie von drei Faktoren ab: dem Standort des Gebäudes, der Dachausrichtung und der Qualität der verbauten Komponenten. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte beim Errichten einer Solarstromanlage beschrieben.

Gesamtkonzept, Ausrichtung, Dachneigung

Der erste Schritt umfasst die Ermittlung der nutzbaren Dachfläche, Ausrichtung und Dachneigung. Optimal ist eine Dachausrichtung nach Süden bei 30 Grad Neigung. Aber auch eine Abweichung nach Südwest/Südost oder Neigungen von 25° bis 60° verringern den Ertrag nur geringfügig.

Prüfung baurechtlicher Einschränkungen

Im Normalfall bedarf es keiner Baugenehmigung für eine PV-Anlage. In Ausnahmefällen gibt es jedoch Beschränkungen in örtlichen Bebauungsplänen oder Gestaltungsvorschriften. Vor dem Bau sollte man sich daher bei dem zuständigen Bauamt nach der Anzeige- oder Genehmigungspflicht erkundigen.

Anforderungen an die Komponenten

Eine hohe Produktqualität gewährleistet eine lange Lebensdauer. Hier lohnt es sich mehr zu investieren, da die Mehrkosten durch höhere Erträge wieder erwirtschaftet werden. Es sollte sichergestellt sein, dass alle erforderlichen Garantien, Zertifikate und Normen bei den gewählten Komponenten vorhanden sind. Die Produktgarantie sollte mindestens 5 Jahre betragen. Eine Leistungsgarantie liegt üblicherweise bei 25 Jahren Laufzeit mit 80% Leistung, wobei die Leistungstoleranz bei null oder im positiven Bereich liegen sollte. Es sollten zudem die Zertifikate IEC 61215 sowie 61730 vorliegen.

Genehmigung, Installation und Inbetriebnahme

Grundsätzlich sind alle deutschen Energieversorgungsunternehmen (EVU) dazu verpflichtet, den im Solargenerator erzeugten Strom abzunehmen. Laut EEG (§16 Abs.2 S.2) sind Betreiber von Photovoltaik-Anlagen aber dazu verpflichtet, den Standort und die Leistung der Anlage der Bundesnetzagentur zu melden, andernfalls sind die Netzbetreiber nicht verpflichtet den Strom abzunehmen. Zudem muss das zuständige EVU schriftlich über die Rahmendaten der Anlage informiert werden. Der elektrische Anschluss der Solarstromanlage muss von einem Elektriker mit EVU-Zulassung durchgeführt werden.

Qualitätssicherung dokumentieren

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) bieten seit dem 1. Januar 2009 mit dem Photovoltaik-Anlagenpass eine Möglichkeit, die fachgerechte Installation einer Solaranlage sicherzustellen und zu dokumentieren. Zudem hat der Betreiber die Qualitätsstandards der Anlage schwarz auf weiß.

Elektrotechnische Anforderungen und Statik

Für jede Errichtung einer Solaranlage ist eine Elektrofachkraft zu konsultieren. Sie trifft bereits in der Planungsphase wichtige Entscheidungen zu den verwendeten Kabeltypen, Querschnitten und Installationswegen und stellt während der Montagephase die fachgerechte Installation sicher. Das Dach wird durch die installierte PV-Anlage zusätzlich belastet, in der Regel wird die Mehrbelastung jedoch durch die vorhandene Dachkonstruktion abgefangen. Trotzdem sollte schon im Vorfeld Statik und Tragfähigkeit der neuen Dachkonstruktion von einem Tragwerksplaner geprüft werden. Einige Systemanbieter bieten auch ein Statikzertifikat nach Norm 1055/4/5 an.

Laufende Wartung

Im Normalfall entstehen bei Photovoltaik-Anlagen geringe Betriebs- und Wartungskosten, da diese nahezu Wartungsfrei arbeiten. Oftmals wird eine jährliche Wartung durch den Installationsbetrieb angeboten, wobei mit Kosten von 0,5% - 1% der Investitionssumme gerechnet werden kann. Diese Inspektionen enthalten meist eine Sichtkontrolle des Generators auf Schäden, Prüfung der Module im Montagesystem auf ihren Sitz und Verschmutzungen, Messung der einzelnen Strings, Kontrolle der Wechselrichter, Anschlussklemmen, sowie Stecker und Zähleranlage. Abschließend wird ein Wartungsprotokoll erstellt.